Eine Glutenallergie bedeutet Verzicht auf viele Lebensmittel

Eine Glutenallergie – das bedeutet Verzicht auf viele Lebensmittel

Die Glutenallergie oder eine Gluten Unverträglichkeit ist nicht nur eine Allergie gegen bestimmte Lebensmittel, sondern sie zählt auch zu den Autoimmunkrankheiten. Es ist eine chronische Erkrankung, bei der in der Hauptsache der Dünndarm, beziehungsweise die Dünndarmschleimhaut in Mitleidenschaft gezogen ist.

Wunschgewicht

Der Patient reagiert allergisch auf das Klebereiweiß, eben das Gluten, das in bestimmten Getreidearten vorkommt. Dazu zählen die bei uns am meisten vorkommenden Getreidearten wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel und Grünkern. Wenn eine Glutenallergie bereits bei einem Säugling oder im Kindesalter diagnostiziert wird, spricht man von einer Zöliakie. Beim Erwachsenen heißt die Glutenallergie dann Sprue.

Wie sich eine Glutenallergie bemerkbar macht

Betroffene klagen über Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit. Das sind Symptome, die leider nicht zwangsläufig auf eine Glutenallergie schließen lassen. Einen relativ eindeutiger Beweis erbringt die Aussage der Patienten über ihre Ernährung. Außerdem treten bei einer Glutenallergie, wie bei anderen Allergien gegen Nahrungsmittel auch, die üblichen Symptome wie Juckreiz, Hautrötungen, Schwellungen auf. Ebenso Atemprobleme und wenn es ganz schlimm kommt, ein lebensbedrohlicher anaphylaktischer Schock.

Der Organismus wehrt sich gegen vermeintlich schädigende Stoffe und produziert sofort Antikörper. Kommt er erneut mit dem Stoff in Berührung, werden sogenannte Botenstoffe ausgeschüttet. In der Folge entzündet sich die Dünndarmschleimhaut. Es können außerdem Gewebezellen der Darmwand geschädigt werden, was zu einer verminderten Aufnahme von Nährstoffen durch den Darm führt.

Daraus entwickelt sich mit der Zeit ein Mangel an Vitaminen, Eiweißen und Eisen. Bei Kindern kann das zu Wachstums- und Entwicklungsstörungen führen. Um eine Glutenallergie zu diagnostizieren ist ein Zöliakie-Test im Blut erforderlich und zwecks Gewebeanalyse muss eine Gewebeprobe aus dem Zwölffingerdarm untersucht werden.

Wie die Therapie bei Glutenallergie aussieht

Als einzige Therapie bei einer Glutenallergie steht der Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel zur Verfügung. Und das, nachdem eine eindeutiger Diagnose gestellt werden konnte, ein Leben lang. Nur so ist eine Regeneration der entzündeten Darmschleimhaut möglich, die dann wieder ihre normale Arbeit aufnehmen kann.

Wenn der Transport und die Aufbereitung der Nahrung im Darm wieder optimal gewährleistet sind, verbessern sich selbstverständlich auch die Erkrankungen, die durch das Fehlen von Vitaminen und Mineralstoffen entstanden sind.

Was Sie bei einer Glutenallergie essen dürfen und was nicht

Zu den Nahrungsmittel, die bei einer Glutenallergie vermieden werden müssen, zählen Backwaren, wie Brot, Kuchen und Kekse. Ebenso sind Teigwaren, wie Nudeln und Pizza tabu. Auch in Gewürzen und Gewürzmischungen, in Bier und in Müsli, Ketchup, Joghurt und Wurst können Stoffe enthalten sein, auf die bei einer Glutenallergie verzichtet werden muss.

Es gibt aber auch Lebensmittel, die von Natur aus kein Gluten enthalten. Das sind unter anderem Kartoffeln, Milch, Fleisch und Fisch. Auch Nüsse, Obst, Gemüse, Butter und Weizenkeimöl enthalten keine Glutenallergie auslösenden Stoffe. Weizenkeimöl darf verzehrt werden, weil es aus dem Keim des Weizens hergestellt wird, das in diesem Fall zur Allergie führende Gluten ist nur im Mehlkörper vorhanden.

Eine Alternative zu den herkömmlichen Getreidesorten sind Reis, Hirse, Mais und Buchweizen. Die Patienten müssen also nicht zwangsläufig auf Brot verzichten, es wird eben nur nicht aus Weizen- oder Roggenmehl hergestellt, sondern aus Kartoffelmehl, aus Soja- oder Kastanienmehl. Zu den Getränken die bei einer Glutenallergie in Frage kommen, zählen Kaffee, Wein und Fruchtsäfte, die nicht in irgendeiner Form aufgearbeitet sein dürfen, sondern naturbelassen sein müssen.

Um bei einer Glutenallergie sicher zu gehen, dass Sie auch wirklich glutenfreie Nahrungsmittel erhalten, können Sie nicht nur in einem Reformhaus sondern auch in einem gut sortierten Supermarkt einkaufen gehen. Hier stehen nicht nur erstklassige Nahrungsmittel zur Verfügung, sondern bei Bedarf auch eine Beratung. Aber ganz generell sollten Sie die Zutatenliste der Lebensmittel sehr genau beachten.

Übrigens, ein Lebensmittel gilt dann als glutenfrei, wenn in einem Kilogramm dieses Lebensmittels nicht mehr als 20 Milligramm Gluten enthalten sind. Weitere Inhaltsstoffe, die eine Glutenallergie auslösen können, müssen gekennzeichnet, beziehungsweise in der Liste der Zutaten aufgeführt sein. Eine gute Übersicht über die Inhaltsstoffe vieler Handelprodukte finden Sie bei Codecheck.info.

Die Hersteller machen es Ihnen heute meistens leicht. Damit Sie die speziellen Produkte direkt erkennen, die Sie bei einer Glutenallergie essen dürfen, sind viele mit einer Getreide-Ähre gekennzeichnet, die durchgestrichen ist. Ansonsten finden Sie solche Artikel heute häufig auch schon in besonders gekennzeichneten Bereichen.

Schwieriger wird es, wenn sie auswärts essen gehen. Restaurants bieten bisher in den seltensten Fällen Hinweise oder Kennzeichnungen. Ihnen bleibt also nichts anderes übrig, als konsequent zu fragen und die Speisekarte sehr gründlich zu studieren. Eine Alternative bietet die Suche über das Internet. Dort informieren sich Betroffene mittlerweile gegenseitig und man findet Tipps zu geeigneten Restaurants und Hotels. Hilfe und Unterstützung finden Sie auch bei der Deutschen Zöliakie Gesellschaft.

Bildquelle: © uschi dreiucker  / pixelio.de

3 Kommentare zu Eine Glutenallergie bedeutet Verzicht auf viele Lebensmittel

  1. Alles ist richtig was hier dokumentiert wurde!
    Doch zu dem Punkt ” wie sich eine Gluten Allergie bemerkbar macht ” , möchte ich noch etwas beitragen. Bei mir persönlich wurde auch eine Glutenunverträglichkeit festgestellt. Doch habe ich es gar nicht gemerkt. Ich hatte weder Erbrechen noch Durchfall o.a. . Da ich außerdem an Diabetes Typ 1 erkrankt bin , machten die Ärzte bei mir diese spezial Untersuchung der Zöliakie. Also aufpassen , Symptome machen sich nicht bei jedem bemerkbar!

    • Hallo,

      danke für den Hinweis. Ja, in Einzelfällen läuft es halt nicht nach den bekannten Regeln. Aber über die Zeit machen sich Symptome bemerkbar. Und manchmal ist Ursachenforschung auch ein Detekivspiel. Ärzte wollen den Menschen immer wie eine Maschine in Kategorien einteilen, aber jeder Mensch ist ein Individuum und kann in seinen Reaktionen auch von der Masse abweichen.

      Das Stoffwechsel-Team

  2. Ich hoffe ich habe das nicht auch..

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