Die Schilddrüse: sie reguliert den Stoffwechsel

Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein wichtiges Organ, das unser Körper für einen gut funktionierenden Stoffwechsel benötigt. Sie ist an vielen Vorgängen beteiligt, ohne dass wir es merken. Erst wenn es zu Störungen kommt, macht sich dies anhand von verschiedenen Beschwerden bemerkbar.

Wunschgewicht

Da die Symptome oft unspezifisch sind, ist es nicht immer leicht für den Arzt, eine kranke Schilddrüse zu erkennen.

Die Lage der Schilddrüse:

Rechts und links vom Kehlkopf

Wenn Sie schon einmal eine Person mit einem Kropf (einer vergrößerten Schilddrüse) gesehen haben, wissen Sie, wo die Schilddrüse sitzt. Sie hat die Form eines Schmetterlings und liegt am Hals in Höhe des Kehlkopfes. Die „Flügel“, also die Drüsenlappen, befinden sich dabei rechts und links vom Kehlkopf. An der Rückseite der Lappen befinden sich die Nebenschilddrüsen.

Die Schilddrüse ist für Ihren Stoffwechsel unerlässlich. Da sie an vielen Vorgängen beteiligt ist, trägt sie den Beinamen „Peitsche des Organismus“. Daran lässt sich ihre Wichtigkeit gut erkennen.

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Thyroid2“. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Regelung des Stoffwechsels

Ihren Einfluss erreicht sie durch die Ausschüttung der Hormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin), die direkt auf die unterschiedlichen Organe und das vegetative Nervensystem wirken.

Die Verdauung von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß ist auf den Einfluss der Schilddrüse zurückzuführen, aber auch die Funktionen von Herz und Verdauungstrakt sowie die Höhe des Grundumsatzes steuert sie.

Die Schilddrüse sorgt dafür, dass die Organe ihre Aufgaben in einer angemessenen Geschwindigkeit und Intensität durchführen. Schüttet die Schilddrüse zu wenige Hormone aus, liegt eine Schilddrüsenunterfunktion vor und der Stoffwechsel arbeitet verlangsamt. Bei einer Überfunktion hingegen arbeiten die Organe schneller und/oder stärker als üblich.

Regelkreis der Schilddrüse

Die Schilddrüse handelt allerdings nicht selbstständig, sondern unterliegt einem Regelkreis. Der Hypothalamus in Ihrem Gehirn ist dabei die Kommandozentrale. Er schüttet das Hormon TRH (Thyreotropin Releasing Hormon) aus, das wiederum eine Ausschüttung von TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) in der Hypophyse bewirkt. TSH sorgt schließlich dafür, dass die Schilddrüse T3 und T4 ins Blut abgibt.

 

Untersuchung des Blutes

Die Betroffenen wenden sich je nach Ausprägung der Beschwerden früher oder später an einen Arzt. Eventuell wird eine Erkrankung aber auch zufällig diagnostiziert, wenn zum Beispiel eine Blutuntersuchung bei einer Kinderwunschbehandlung stattfindet.

Im Blut untersucht der Arzt je nach Symptomen und vorhergegangener Diagnostik die Hormone fT3 und fT4 (jeweils die freien Hormone, die sich im Blut befinden), häufig aber auch TSH. TRH wird eher selten bestimmt, ist aber unter Umständen notwendig, wenn der Verdacht auf eine Störung im Gehirn besteht. Liegt der Verdacht vor, dass es sich bei der Schilddrüsenerkrankung um eine Autoimmunkrankheit handelt, lassen sich außerdem Antikörper im Blut bestimmen.

Bedeutung der Schilddrüsenwerte

Sind die Werte fT3 und fT4 zu hoch, liegt eine Schilddrüsenüberfunktion vor. Sind sie zu niedrig, handelt es sich um eine Unterfunktion. Untersucht der Arzt zusätzlich TSH, kann er Rückschlüsse ziehen, ob die Erkrankung tatsächlich in der Schilddrüse liegt oder ob die Ursache in Hypothalamus oder Hypophyse im Gehirn liegen könnte.

Der Mediziner unterscheidet eine primäre von einer sekundären Schilddrüsenunter – oder Überfunktion. Bei der primären Form ist die Ursache in der Schilddrüse an sich zu suchen, wie es bei Morbus Basedow der Fall ist. Liegt eine sekundäre Erkrankung vor, ist sie oft in der Hypophyse zu finden.

Ein Tumor, der TSH produziert, wäre beispielsweise eine Erklärung für eine sekundäre Schilddrüsenüberfunktion. In diesem Fall reagiert die Schilddrüse auf die erhöhte Menge TSH mit einer verstärkten Ausschüttung von T3 und T4. Allerdings sind diese Fälle sehr selten.

In den beiden nächsten Teilen dieser Serie geht es um die Schilddrüsenüber- bzw. unterfunktion.

4 Kommentare zu Die Schilddrüse: sie reguliert den Stoffwechsel

  1. Hallo!

    Ich habe eine Frage zu diesem Thema: Da ich trotz reichlichem (hauptsächlich gesundem) Essen sehr schlank bin, habe ich mein Blut in Verdacht auf eine Schilddrüsenüberfunktion testen lassen. Das Ergebnis war negativ. Woran könnte die Ursache für einen schlankem und zierlichem Körperbau noch liegen, der sich trotz vermehrter Nahrungsaufnahme nicht verändern lässt?

  2. Das Team von vitalerstoffwechsel.de // 16. Dezember 2014 um 11:31 // Antworten

    Hallo Selina,
    da gibt es einige Möglichkeiten, woran es liegen könnte.

    Was heißt für dich “gesundes Essen”? Wenn du viel Obst und Gemüse isst, ist das natürlich gesund und lobenswert, davon nimmst du aber nur schlecht zu. Stehen Nüsse, Samen, Avocado, Käse, fette Milch und ähnliches auf deinem Speiseplan? Vielleicht hilft es dir schon, deine Ernährung etwas in diese Richtung zu ergänzen.

    Bist du mal auf eine Fettstoffwechselstörung untersucht worden? Dann kann dein Körper Fett nicht richtig verarbeiten und es wird unverdaut wieder ausgeschieden. Hast du häufig Durchfall?
    Wie hat der Arzt sich denn zu deinem Befund geäußert? Will er weitere Schritte unternehmen?

    Vielleicht hast du aber auch “nur” einen guten Stoffwechsel und bist gesund. Einige Frauen sind tatsächlich sehr zierlich gebaut und schaffen es nur schwer, zuzunehmen.

    Viele Grüße

  3. Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

    Mein Arzt hat damals keine weiteren Schritte eingeleitet. Ich war froh, mit keinen negativen Ergebnisse konfrontiert zu werden und habe die Sache deshalb auf sich beruhen lassen. Danke für die kompetente Beratung, ich habe mich entschieden, mich noch einmal mit meinen Arzt in Verbindung setzen und nähere Diagnostik zu verlangen.

    • Das Team von vitalerstoffwechsel.de // 5. Januar 2015 um 15:32 // Antworten

      Hallo Selina,
      negative Ergebnisse haben viele Menschen im Hinterkopf, aber zum Glück stehen meistens viel harmlosere Krankheiten im Vordergrund.

      Ich finde es gut, dass du dich noch einmal mit deinem Arzt in Verbindung setzen willst. Selbst wenn er nur gewisse Krankheiten ausschließt, bist du schon einen Schritt weiter.

      Du kannst gerne hier berichten, was bei der Untersuchung herausgekommen ist.
      Ich wünsch dir erstmal alles Gute!

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